Mythen und Fakten

Wird die Bevölkerung in Habichtswald wachsen?

Immer wieder hören wir von aktuell gewählten Habichtswalder SPDlern, dass es Vorhersagen gäbe, die einen Wachstum voraussagen. Fragen wir dann nach, die entsprechende Studie gezeigt zu bekommen, hören wir – leider – nichts. 

Die Bürgerinitiative möchte Habichtswald Entwicklung auf den Vorhersagen seriöser Studien baiseren. Und, wir argumentieren transparent. Wir haben drei Prognosen gefunden: 

1) https://www.hessen-gemeindelexikon.de/gemeindelexikon_PDF/633011.pdf

direkt für Habichtswald

2) https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/AI8_akt_Auflage.pdf, Seite 9, aktualisierte Auflage, Mai 2016      für den Regierungsbezirk Kassel.
3) https://www.kassel.de/statistik/berichte/Bevoelkerungsprognose_Kassel_2017_bis_2030_2040.pdf, Seite 6.   Selbst für Kassel – und eine Stadt sollte eigentlich besser dastehen als ein Dorf in der Nähe – gibt es keine steigende Prognose.

Gibt es wirklich soooo viele Bauanfragen?

Wir haben gehört, es gäbe ca 100 Bauanfragen, das heißt Personen, die Interesse an einem Bauplatz in Habichtswald geäußert haben. Das klingt erstmal sehr viel. Aber:

1) Wie viele Bewerbungen würden wir einem jungen Menschen empfehlen zu schreiben, um einen guten Ausbildungsplatz oder einen guten ersten Job zu bekommen? Eine? Fünf? Zehn? Wie viele in einem Berufsfeld mit hohem Wettbewerb? Richtig, das heißt, dass Menschen, die einen Bauplatz suchen, höchstwahrscheinlich deutlich mehr als eine Anfrage stellen. Also sollten wir die Zahl von ca 100 Anfragen entsprechend reduzieren. Stellt jeder Suchende in 5 Gemeinden Bauanfragen, so bleiben für Habichtsald lediglich 20 Interessenten. 

2) Wieviel kostet es eine Bauanfrage zu stellen? Gäbe es eine hohe Kaution / Gebühr oder einen hohen zeitlichen Aufwand durch Ausfüllen von Formularen, könnte man argumentieren, dass dies Interessenten davon abhält einfach bei jeder Gemeinde anzufragen und mal zu schauen, wo es klappt. Es ist uns nicht bekannt, dass eine Bauanfrage mehr als ein Anruf, eine Email oder ein kurzer Besuch auf der Gemeinde ist. Daher siehe unter 1) die Anzahl der relevanten Anfragen ist deutlich kleiner als die Anzahl der Brutto-Anfragen.


Übrigens werden aktuell in Habichtswald 9 Häuser und 50 Wohnungen neu gebaut. Desweiteren gibt es ein gutes Angebot an Bestandsimmobilien. Nimmt man oben fünf als Faktor zwischen Brutto und Netto Anfragen an, so reicht die aktuelle Bauleistung völlig aus, um den Bedarf zu decken.

Sind es wirklich nur ein paar Egoisten, die gegen die Baulandentwicklung am Südwestrand von Dörnberg sind?

Nein, ganz sicher nicht. 300 Unterschriften aus einer ersten, kurzen Sammlung sprechen hier eine ganz deutliche Sprache. Viele unserer Unterstützer kommen sogar aus Ehlen. Es ist also nicht mal bloß eine Dörnberger Anliegen.

Und: Statements gegen Flächenfraß und für Innenentwicklung gibts von vielen Parteien. Wir zitieren die von SPD und CDU auf unserer Homepage. Wir sind also ziemlich Mainstream!


Wo soll denn nun eine junge Familie hinziehen, die gern in Habichtswald wohnen möchte?

Es gibt aktuell einige Angebote auf online Immobilienportalen. Hier gibt es also durchaus Möglichkeiten durch Wechsel im Bestand.


Übrigens, in einem 100m Umkreis um die Flächen an der Höllchenstraße gab es in den letzten 10 Jahren mindestens 5 Häuser, die verkauft wurden. Drei davon übrigens in Ortsrandlage – und 100m Umkreis sind für eine Immobiliensuche jetzt auch nicht viel. Wechsel im Bestand gibt es also konkret.


Zusätzlich dazu werden aktuell in Habichtsald 9 Häuser und 50 Wohnungen neu gebaut. 


Es gibt also viele Möglichkeiten für junge Familien in Habichtswald eine Heimat zu finden.


Zweckverband prognostiziert großen Bedarf an Wohneinheiten im Landkreis Kassel.

Spannender Punkt. Wie kommt der Zweckraumverband dazu, von steigendem Wohnraumbedarf zu sprechen, wenn Bevölkerungszahlen fallen? Das macht doch eigentlich gar keinen Sinn? Nun, Wohnraumbedarf ist “Anzahl Einwohner” mal “Flächenbedarf pro Einwohner”. Wenn nun der Wohnraumbedarf steigt, obwohl die Einwohnerzahl sinkt, dann muss der Flächenbedarf pro Einwohner steigen. Und genau das passiert in der Wohnraumbedarfsrechnung des Zweckraumverbandes. Etwas übertrieben gesprochen: 1950 hatten wir alle eine kleine Wohnung, heute haben wir ein kleines Haus und 2030 wollen wir eine kleine Villa. 

Muss das wirklich sein? Muss der Flächenbedarf pro Person wirklich so stark weiter steigen? Da die Bevölerkungszahlen sinken, darf er ja steigen, wir dürfen uns mehr Luxus gönnen, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen. Nur halt nicht so stark. 

Und, der Zweckraumverband spricht von Wohneinheiten. Nicht vom höchstpreisigen Segment der Einfmilienhäuser. Mit dieser Studie den Bau von Einfamilienhäusern zu rechtfertigen, wirft einige Fragen auf.

Wir stellen hier die Annahme des Zweckraumverbandes an Steigerung Flächenbedarf pro Person sehr kritisch in Frage und verweisen z.B. auf die Veröffentlichung (https://www.naturschutz-hessen.de/downloads/JNH_18/Jahrbuch_18.pdf, Seite 72  ) für mehr Infos. 


Warum kümmern wir uns so früh?

Weil uns sonst gesagt wird, dass wir uns zu spät kümmern. Vor ein paar Jahren wurde in der Silberseestraße ein Kinderspielplatz bebaut. Hier wurde den Anwohner gesagt, dass sie sich doch früher hätten einbringen sollen. Das tun wir jetzt.